Architekt Dietmar Herklotz, dena-Berater-Ost
dena Pilotprojekte: 3. und 4. Phase bis 2012Energieeinsparungen mit faktor 10 bis zum Passivhaus bei Altbauten sind auch bei Denkmalen möglich und sind der zeitgemäße und wünschenswerte Standard für die heutige bauliche Sanierung.
FREITAL, Breite Strasse
Die technischen Anforderungen sind vom Prinzip her einfach: Gute Dämmung von Wand, Dach und Keller bzw. Grund, dazu passivhaustaugliche Fenster sowie ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Qualitätssicherung ist heute selbstverständlich, unter anderem durch Wärmebrückenminimierung sowie die Gewährleistung der Luft- und Winddichtheit.
Diese grundsätzlichen Regeln beim energieeffizient Bauen und Sanieren sorgen dafür, dass ein Gebäude weitestgehend durch solare und interne Wärmegewinne ’passiv geheizt’ wird und nur noch geringe Restwärme zugeführt werden muss, was sehr kostengünstig und komfortabel erfolgen kann. Empfehlenswert ist natürlich modernste Gebäudetechnik, möglichst unter Einsatz regenerativer Energieträger, wie Sonne (Solarkollektor oder PV), Holz (Stückholz, Pellets, Hackschnitzel) oder Umweltwärme (Wärmepumpe- Luft, Sole, Wasser), was durch das neue Erneuerbare Wärmegesetz- EEWärmeG ab 1.1.2009 verbindlich für alle Neubauten gefordert wird und für Altbauten natürlich empfohlen wird.
Eine integrierte Planung von Nutzern, Architekten und Haustechnikern gewährleistet durch optimierte Energieeinsparungen langfristig niedrigste Nebenkosten. Gefördert von der Deutschen Energieagentur dena und vom Freistaat Sachsen wurden in der 1. bis 3.Pilotprojektphase bereits mehrere Sanierungsvorhaben mit FAKTOR 10 bis zum Passivhausstandard in Sachsen umgesetzt: z. B. Wohngebäude mit 13 WE in Freital (Mauerwerksbau) und mit 27 WE in Rietschen (Montagebau), sowie das Einzeldenkmal „Weiße Villa“ (1882 errichtet) in Pobershau. Ein weiteres Einzeldenkmal in Freiberg aus dem 16. Jahrhundert wurde 2007/ 2008 geplant und eingereicht und soll 2009 fast bis zum Passivhausstandard saniert werden. Ein fertig gestelltes Einzeldenkmal im Passivhausstandard gibt es bereits in Görlitz. Im Rahmen regionaler Fachworkshops von dena und REBUS werden solche Pilotprojekte interessierten Bauherren, Architekten, Wohnungsbaugesellschaften, Bauämtern und Fachfirmen detailliert vorgestellt.
EnEV 2009Der energetische Standard ist mit der EnEV 2009 um ca. 30% abgesenkt worden (KfW-Effizienzhaus). Förderungen gibt es nur noch bei Unterschreitungen dieses Standards um -20 %, -40 % und -60 %.
RIETZSCHEN, Oberlausitz
Eine weitere Absenkung des energetischen Standards ist für 2011 vorgesehen, außerdem ist in Europa dann die Einführung der Passivhausbauweise für Neubauten geplant. In der 4. Pilotprojektphase sollen wieder besonders hocheffiziente Wohngebäude- und Nichtwohngebäudesanierungen, sowie Denkmale gefördert werden. Der Wettbewerb Effizienzhaus (Energieeffizienz und gute Architektur) der dena und des Bundesbauministeriums dokumentiert und prämiert hervorragende Beispiele von Neubauten, Sanierungen und Denkmalen mit bester Energieeffizienz und vorbildlicher Architektur.